Kalium: Wofür? Wie viel? Welche Funktion? Was beachten?
Kalium ist in vielen Lebensmitteln enthalten, so lässt sich der Bedarf im Normalfall gut über die Ernährung decken. Vor allem pflanzliche Lebensmittel enthalten viel Kalium. Im Organismus des Menschen ist Kalium zusammen mit dem Mineralstoff Natrium für die Funktion der Zellen verantwortlich. Es spielt daher eine entscheidende Rolle bei wichtigen Stoffwechselvorgängen. Auch das Herz benötigt Kalium für seine Funktion – zudem nimmt Kalium Einfluss auf den Blutdruck. Wofür der Mineralstoff noch gut ist, wieviel Kalium pro Tag angemessen sind und wie es sich mit Überversorgung und Mangel verhält, erfährst Du hier im Lebensmittellexikon.
Was ist Kalium?
Kalium – was ist das genau: Kalium gehört zu den Mineralstoffen. Gemeinsam mit den Vitaminen bilden Sie die Gruppe der Mikronährstoffe. Die Mineralstoffe selbst sind in Mengenelemente und Spurenelemente unterteilt. Von Spurenelementen hast Du sicher bereits gehört. Kalium gehört jedoch zu den Mengenelementen. Im Unterschied zu den Spurenelementen (von denen nur geringe Mengen nötig sind) benötigt der Körper von den Mengenelementen deutlich mehr, für seine Funktion. Bei Erwachsenen machen sie innerhalb des Körpers einen Gewichtsanteil von 25 bis 1.000 Gramm aus. Deshalb liegen die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für diese Nährstoffe im Gramm- oder hohen Milligramm-Bereich – im Gegensatz zu den Spurenelementen, bei denen in Mikrogramm oder niedrigen Milligramm-Werten gerechnet wird. Weitere Mengenelemente sind Calcium, Phosphor, Natrium, Chlorid und Magnesium.
Kalium gehört zur Gruppe der Elektrolyte. Elektrolyte sind Mineralstoffe, die in Körperflüssigkeiten gelöst sind und eine elektrische Ladung tragen. Zu dieser Gruppe gehören vier der insgesamt zwölf lebensnotwendigen Elemente: Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium. Verliert der Körper zu viele Elektrolyte – beispielsweise bei Erbrechen oder Durchfall – kann das im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.
Entdeckt wurde Kalium 1808 von Humphrey Davy. Er nannte es Potassium. In der englischen und der französischen Sprache ist das noch heute der Begriff für Kalium.
Kalium ist das Hauptelektrolyt des Körpers und zu 98 Prozent in der Flüssigkeit innerhalb der Zellen (intrazellulär) enthalten. Nur zwei Prozent befinden sich in der Flüssigkeit außerhalb der Zellen (extrazellulär), zum Beispiel im Blut. Größter Speicher für Kalium sind die Muskeln. 80 Prozent der gesamten Kaliummenge des Körpers sind dort eingelagert. Die restlichen 20 Prozent finden sich in der Leber, in den Knochen sowie in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten).
Kalium wird vom Körper fast komplett im Jejunum aufgenommen. Die Aufnahme von Kalium erfolgt über einen aktiven Transportmechanismus in den oberen Dünndarmabschnitten. Daneben trägt auch der Transport über die Zellzwischenräume (parazelluläre Diffusion) zur Kaliumaufnahme bei. Im Dickdarm kann Kalium in einem aktiven Austauschprozess gegen Natrium bedarfsabhängig ausgeschieden oder aufgenommen werden. Etwa 90 Prozent des aufgenommenen Kaliums werden nach der Aufnahme wieder durch die Nieren ausgeschieden. Wer viel schwitzt, verliert bis zu 30 Prozent Kalium über den Schweiß – gleiches gilt für Leistungssportler. Ein geringer Anteil von Kalium geht zudem über den Verdauungstrakt verloren.
Der Körper ist in der Regel in der Lage, den Kaliumspiegel konstant zu halten. Das geschieht in sehr engen Grenzen. Die Niere kann bei starker Kaliumzufuhr oder einer erhöhten Kaliumkonzentration außerhalb der Zellen rasch reagieren, indem sie den Überschuss ausscheidet. Der umgekehrte Weg ist nicht möglich. Bei einem Kaliummangel ist es der Niere also nicht möglich, Kalium aus dem Urin zurückzuhalten. Gerät der Kaliumhaushalt ins Ungleichgewicht, sind daran meist Medikamente mit entsprechenden Nebenwirkungen oder bestimmte Erkrankungen schuld.
Übrigens: Der Kaliumgehalt innerhalb des Körpers ist nicht bei allen Menschen gleich. Er ist abhängig vom Körperbau, vom Alter sowie vom Geschlecht.
Interessante Fakten zu Kalium
- Reine Chemie:
Kalium ist ein chemisches Element und trägt das Elementsymbol K, früher KA. Im Periodensystem der Elemente ist ihm die Ordnungszahl 19 zugeordnet. - Teil der Erde:
Kalium ist das siebthäufigste Element auf der Erde. Es ist in der Erdkruste vorhanden, sein Anteil dort liegt bei etwa 2,4 Prozent. - Vorsicht beim Kochen:
Kalium ist wasserlöslich. Werden Lebensmittel mit hohem Kaliumanteil zu lange gewässert oder gekocht, kommt es zu einem Kaliumverlust. Das Kochwasser sollte, wenn möglich, für Soßen und Suppen weiterverwendet werden.
Kalium ist eines der am einfachsten strukturierten Metalle, die es auf der Erde gibt. Setzt man es jedoch hohem Druck aus, bildet es sehr komplizierte Strukturen. Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser ungewöhnliche, aber stabile Strukturzustand teilweise fest und teilweise flüssig zugleich ist.
Aufgaben und Funktionen: Wofür braucht der Körper Kalium?
Warum ist Kalium so wichtig? Kalium ist für lebenswichtige Funktionen des Körpers notwendig. Es ist beteiligt an der Regulierung des osmotischen Drucks in den Zellen. Zudem ist es für die Bioelektrizität der Zellmembranen beziehungsweise Zellerregbarkeit wichtig – Kalium ist nötig für die neuromuskuläre Reizbarkeit, Reizbildung und Reizleitung des Herzens. Somit ist eine der wichtigsten Aufgaben von Kalium eine gesunde Herzfunktion. Die Pumpfunktion Deines Herzens ist auf die korrekten Wechselwirkungen zwischen elektrisch geladenen Teilchen inner- und außerhalb der Zellen angewiesen. Neben Kalium übernimmt diese Aufgabe Magnesium. Ist nun zu wenig von diesen Mineralstoffen im Körper vorhanden, kann das die Aktivität der Muskelzellen im Herzen steigern. Das führt unter Umständen zu Herzrhythmusstörungen. Eine weitere sehr wichtige Funktion von Kalium ist die Übertragung von elektrischen Impulsen an Muskel- oder Nervenzellen, also die Signalweiterleitung.
Darüber hinaus ist Kalium ein Co-Faktor bestimmter Enzyme, die an der Umwandlung von Eiweißen und Glykogen beteiligt sind. Dadurch ist Kalium ein Faktor für gesundes Wachstum. Außerdem ist Kalium nötig, um konstante Verhältnisse innerhalb des Elektrolythaushaltes zu gewährleisten. In Kombination mit Natrium und Chlorid sorgt es für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt im Körper. Benötigt wird Kalium zudem für die Freisetzung vieler Hormone aus Zellen, die Hormone abgeben (endokrine Zellen).
Weiterhin reguliert Kalium die Aktivität spannungsabhängiger Kanäle und wirkt sich schützend auf die Gefäßmuskelzellen aus und hilft dabei, den Blutdruck zu regulieren.
Kalium und Natrium – ein wichtiges Verhältnis
In allen Fällen, in denen Kaliumionen einen Vorgang im Organismus beschleunigen, wirken Natriumionen als Gegenspieler. Man spricht bei Kalium und Natrium daher als von Antagonisten. Kalium befindet sich zu 98 Prozent im Zellinneren, Natrium in seiner höchsten Konzentration außerhalb der Zellen. Das Gehirn verwendet bis zu 40 Prozent seiner Energie darauf, Kalium in die Zellen hineinzupumpen und Natrium heraus. Nur die Kombination beider Mineralstoffe kann die Funktion lebenswichtiger Mechanismen gewährleisten, so können sie etwa den osmotischen Druck in der Zelle über die Ionenpumpen nur gemeinsam regulieren.
Damit alle Prozesse im Körper korrekt ablaufen können, ist das richtige Verhältnis zwischen Kalium und Natrium essenziel. Die moderne Ernährungsweise fördert allerdings eine Verschiebung zugunsten des Natriums. Das liegt daran, dass die heutige Ernährung sehr kochsalzreich ist, kaliumreiche, pflanzliche Nahrung dagegen zu selten auf den Tisch kommt.
Zu viel Natrium kann Kaliummangel verursachen. Kalium dagegen fördert die Ausscheidung von Natrium über die Nieren. Wichtiger als die Konzentration der einzelnen Mineralstoffe ist also ihr Verhältnis zueinander. Über die ideale „Mischung“ wird nach wie vor diskutiert. Die WHO empfiehlt ein Verhältnis von 1:1. Das lässt sich erreichen, wenn Du täglich weniger als zwei Gramm Natrium, aber mindestens 3,5 Gramm Kalium zu Dir nimmst. Als sicher gilt auf jeden Fall, dass es gesünder ist, wenn die Kaliumaufnahme höher ist als die Natriumaufnahme.
Gesundheitsbezogene Angaben: Health Claims von Kalium
Die Funktionen von Kalium wurden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftlich bewertet. Auf dieser Grundlage hat die Europäische Union gesundheitsbezogene Angaben, sogenannte Health Claims, festgelegt. Hier findest Du die Health Claims von Kalium, wobei wir uns die aufgeführten Funktionen einmal genauer anschauen:
In Kombination mit Natrium sorgt Kalium für einen stabilen Blutdruck. Ob und inwieweit Kalium tatsächlich den Blutdruck senken kann, war lange Zeit fraglich, da Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen. Erst eine große Metaanalyse konnte Ende der 1990er-Jahre Klarheit bringen. Inzwischen konnte der Zusammenhang zwischen einer erhöhten Kaliumzufuhr und niedrigen Blutdruckwerten in weiteren hochwertigen Studien bestätigt werden. Während die Kaliumzufuhr meist einen senkenden Effekt hatte, stand die Natriumzufuhr in einem direkten Zusammenhang mit erhöhten Blutdruckwerten beziehungsweise einem Hypertonierisiko. Grundsätzlich ist aber das korrekte Natrium-Kalium-Verhältnis ein deutlich stärkerer Faktor für normale Blutdruckwerte als die Zufuhr eines der beiden Elektrolyte allein.
Kalium ist wichtig für die Nerven. Die Aufrechterhaltung der neurologischen Funktionen ist eine der wichtigsten Aufgaben von Kalium. Würden die Signale über die Nerven nicht mehr weitergegeben, könnten sich beispielsweise die Muskeln nicht zusammenziehen und entspannen. Die Kaliumkonzentration ist demnach ein entscheidender Faktor für die neuromuskuläre Erregbarkeit. Zu den Anzeichen und Symptomen eines Kaliummangels gehört unter anderem Missempfindung. Das unterstreicht die Effekte von Kalium auf die Nerven.
Kalium ist wichtig für die Muskeln und die Nerven. Beides hängt zusammen. Würden die Signale über die Nerven nicht mehr weitergegeben, könnten sich beispielsweise die Muskeln nicht zusammenziehen und entspannen. Die Kaliumkonzentration ist demnach ein entscheidender positiver Faktor für die neuromuskuläre Erregbarkeit. Zu den Anzeichen und Symptomen eines Kaliummangels gehört unter anderem Muskelschwäche, was eine relevante Wirkung des Mineralstoffs auf die Funktion der Muskeln nahelegt. Bereits kleine Abweichungen des Serumkaliumspiegels vom normalen Sollwert können zu schweren Muskelfunktionsstörungen führen. Verwirrung gehört ebenfalls zu dem Symptom eines Kaliummangels und unterstreicht somit die Wirkung von Kalium auf die Nerven. Studien deuten außerdem darauf hin, dass ein niedriger Kaliumgehalt in Verbindung mit der Entwicklung von depressiven Symptomen schon im frühen Jugendalter steht.
Hättest Du das über Kalium gewusst?
- Gewichtig:
Bei einem erwachsenen Menschen macht das Kalium einen Anteil von circa 1,7 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht aus. - Pflanzennahrung:
Auch Pflanzen müssen ihren Nährstoffbedarf decken. Sie nehmen Nahrung aus dem Boden auf. Stickstoff ist der am häufigsten benötigten Nährstoff, gefolgt von Kalium. Die meisten Böden enthalten jedoch nur wenig verfügbares Kalium, weshalb Kaliumdünger eines der am häufigsten benutzten Düngemittel ist. - Kalium im Wasser:
Der Kaliumgehalt des Trinkwassers beträgt durchschnittlich 5,7 Milligramm pro Liter. In Tafelwässern finden sich in Deutschland Werte von durchschnittlich 21,2 Milligramm pro Liter.
Tagesbedarf: Wie viel Kalium am Tag?
Um die Kalium-Speicher im Körper aufrechtzuerhalten wurde seitens der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine Empfehlung von 4.000 Milligramm Kalium pro Tag angegeben. Dabei handelt es sich um einen Schätzwert. Der Wert gilt gleichermaßen für Männer wie für Frauen (auch in der Schwangerschaft). Stillende Frauen haben einen leicht erhöhten Kaliumbedarf. Für sie empfiehlt die DGE 4.400 Milligramm.
Bei der Abgrenzung orientierte sich die DGE zum einen an der beobachteten Kaliumzufuhr bei Männern und Frauen. Sie berücksichtigte jedoch auch vorbeugende Effekte von Kalium bei Schlaganfall und Bluthochdruck. Für letzteres scheint laut Ernährungsgesellschaft eine Kaliumzufuhr von 3.500 bis 4.700 Milligramm pro Tag ideal zu sein. Da die geschätzte Kaliumzufuhr in der Bevölkerung in diesem Bereich liegt, wurde dieser Wert als angemessen angenommen.
Die Referenzwerte für Säuglinge richten sich nach dem Kaliumgehalt der Muttermilch.
Kalium: Referenzwerte
| Alter | Kaliuma (mg/Tag) |
||
|---|---|---|---|
| Säuglinge | |||
| 0 bis unter 4 Monate | 400 | ||
| 4 bis unter 12 Monate | 600 | ||
| Kinder und Jugendliche | |||
| 1 bis unter 4 Jahre | 1100 | ||
| 4 bis unter 7 Jahre | 1300 | ||
| 7 bis unter 10 Jahre | 2000 | ||
| 10 bis unter 13 Jahre | 2900 | ||
| 13 bis unter 15 Jahre | 3600 | ||
| 15 bis unter 19 Jahre | 4000 | ||
| Erwachsene | |||
| 19 bis unter 25 Jahre | 4000 | ||
| 25 bis unter 51 Jahre | 4000 | ||
| 51 bis unter 65 Jahre | 4000 | ||
| 65 Jahre und älter | 4000 | ||
| Schwangere | 4000 | ||
| Stillende | 4400 | ||
| a 39,1 mg Kalium entsprechen 1 mmol Kalium | |||
In echter Lakritze findet sich Glycyrrhizinsäure, die die Ausschüttung bestimmter Hormone in der Nebenniere verändert. Das sorgt dafür, dass vermehrt Kalium ausgeschieden wird. Es ist inzwischen erwiesen, dass der übermäßige Verzehr von Lakritz Bluthochdruck begünstigt. In Dänemark gehen bis zu drei Prozent aller Bluthochdruckerkrankungen auf Lakritzkonsum zurück. Betroffene Patienten sollten die Leckerei deshalb meiden.
Kalium-Bedarf decken
Kalium steckt in sehr vielen Lebensmitteln, allerdings in unterschiedlicher Menge. Die Banane ist in Sachen Kalium sicher das bekannteste Lebensmittel. Kaliumreiche Lebensmittel sind außerdem Bohnen, Fleisch und Fisch, Spinat und Kartoffeln. Gerade bei kaliumhaltigen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse gilt, dass in den getrockneten Varianten mehr Nährstoffe stecken. Gute Beispiele sind getrocknete Aprikosen, Datteln, Rosinen und Bananenchips. Verschiedene Kerne und Samen wie Erdnüsse, Mandeln oder Cashewkerne enthalten ebenfalls viel Kalium. Auch Haferflocken sind reich an dem Mineralstoff. Für Koffein-Liebhaber gibt es gute Nachrichten: Kaffee enthält viel Kalium, gleiches gilt für schwarzen Tee. Zudem haben einige Mehlsorten (aus Dinkel, Roggen oder Buchweizen) einen hohen Gehalt an Kalium.
Kalium in Lebensmitteln kann nicht nur natürlich vorkommen. Es gibt Lebensmittel, denen Kalium künstlich zugesetzt wird. Für die Anreicherung von Lebensmitteln mit Kalium hat das BfR eine Höchstgrenze von 240 mg pro 100 g des Produkts empfohlen. Wer oft Fertiggerichte zu sich nimmt, sollte darauf achten, dass nicht zu viel Kalium enthalten ist.
Kalium: Wo enthalten?
Diese zehn Lebensmittel liefern Deinem Körper besonders viel Kalium (in Milligramm pro 100 Gramm):
Wann brauche ich Kalium? Deine Ärztin oder Dein Arzt hat bei einer Kontrolle Deiner Blutwerte einen Kaliummangel festgestellt? Dann solltest Du besprechen, wie der Mangel behoben werden kann. Gelingt das nicht über die Ernährung, musst Du mitunter Kaliumpräparate einnehmen, etwa in Form von Brausetabletten oder Kapseln.
Kaliummangel: Symptome & Ursachen
Wie merke ich, dass ich einen Kaliummangel habe?
Da Kalium in fast allen Lebensmitteln in mehr oder weniger hoher Konzentration enthalten ist, ist ein ernährungsbedingter Kaliummangel (Hypokaliämie) sehr selten. Die Hauptursachen für Kaliummangel sind Durchfall und Erbrechen, Krankheiten der Nebenniere sowie die Einnahme von entwässernden Medikamenten (Diuretika). Ein erhöhter Alkoholkonsum sowie der Missbrauch von Abführmitteln können ebenfalls einen Kaliummangel auslösen. Grundsätzlich sind die Ursachen für Kaliummangel fast die gleichen wie bei einem Magnesiummangel, weshalb beide Mangelzustände häufig parallel auftreten.
Kaliummangel Symptome: Wie äußert sich Kaliummangel?
Ein leichter Kaliummangel verursacht zunächst keine Symptome. Sinken die Kaliumwerte deutlich, kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche, Verwirrung sowie zu Zittern und Muskelkrämpfen, meist in den Beinen, kommen. Eine stärkere Hypokaliämie kann zudem zu einer Kreislaufschwäche und Herzrhythmusstörungen führen.
Kaliummangel diagnostizieren
Es gibt Risikogruppen, bei denen es sinnvoll ist, den Kaliumwert im Blick zu behalten. Dazu zählen Patienten mit Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen sowie paralleler Nierenerkrankung. Personen, die dauerhaft entwässernde Medikamente oder bestimmte Herzmedikamente (ACE-Hemmer oder Digitalispräparate) einnehmen, sollten den Wert regelmäßig kontrollieren lassen. Die Messung des Kaliumspiegels erfolgt über die Blutwerte. Bestehen dann noch Zweifel, wird der Kaliumgehalt im Urin gemessen. Manchmal wird zur endgültigen Diagnose einer Hypokaliämie noch ein EKG geschrieben.
Bei Kalium liegt der Normbereich im Blut zwischen 3,6 und 4,8 Millimol pro Liter. Je nach Labormethode kann es zu geringen Abweichungen kommen. Äußert sich der Mineralstoffmangel bereits mit Herzproblemen, kann es bei der Therapie sinnvoll sein, die Werte an den äußeren oberen Rand zu bringen, um die Symptome in den Griff zu bekommen. Diese Entscheidung treffen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Um den Mangel zu behandeln, bekommen die Betroffenen kaliumhaltige Mittel verschrieben. Nur bei einem gefährlich niedrigen Kaliummangel kann es nötig sein, den Mineralstoff intravenös zu verabreichen.
Zu viel Kalium: Überdosierung
Kann Kalium überdosiert werden? Bei einer intakten Nierenfunktion kommt eine Überversorgung aufgrund der Ernährung nicht vor. Zu einer Überdosierung kann es jedoch kommen, wenn Kalium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln grundlos in zu hoher Menge eingenommen wird.
Bei zu viel Kalium im Blut sprechen Mediziner:innen von Hyperkaliämie. Der Kaliumspiegel gilt als zu hoch, wenn er den genannten Normbereich im Blut von 3,6 bis 4,8 Millimol pro Liter überschreitet. Ab 6 Millimol pro Liter gilt der Kaliumwert als viel zu hoch und umgehend behandlungsbedürftig. Ein Stopp der Kaliumzufuhr über die Ernährung reicht nicht aus. Eine Senkung lässt sich durch eine Infusion von Glucose und Insulin sowie durch weitere Maßnahmen erreichen. Die Behandlung erfolgt meist stationär im Krankenhaus.
Ein deutlich zu hoher Kaliumspiegel kann zu schwerwiegenden Problemen führen. Sie reichen von Muskelschwäche bis hin zu Lähmungserscheinungen und einem Darmverschluss. Im schlimmsten Fall kommt es zu Lungenversagen und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.
Ursachen für eine Hyperkaliämie können Krankheiten sein. So kann ein vermehrtes Ausströmen von Kalium aus den Zellen zu einer Überversorgung führen. Zu vermehrtem Ausströmen kommt es beispielsweise bei einer stoffwechselbedingten Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), wie sie bei einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus oder langen Hungerperioden (exzessives Fasten) auftreten kann. Auch Insulinresistenz oder -mangel können eine Hyperkaliämie hervorrufen. Ist die Ausscheidung über die Nieren gestört, etwa bei mangelnder Nierenleistung (Niereninsuffizienz) oder hormonellen Veränderungen, kommt es ebenfalls zu erhöhten Kaliumwerten im Blut. Eine seltene Krankheit, unter der hohe Kaliumwerte häufig sind, ist Morbus Addison. Dabei arbeiten die Nebennierenrinden nicht korrekt. Zudem wird bei starken Schädigungen des Gewebes, etwa bei großflächigen Verbrennungen, Kalium aus dem Gewebe in das Blutserum freigesetzt – auch so kann eine Hyperkaliämie entstehen.